Die Zukunft Europas mitentscheiden

Die vier großen christlichen Kirchen in Baden-Württemberg rufen zur Teilnahme an der Europawahl am 26. Mai auf. „Unser Kontinent braucht die Stimmen derer, die ein einiges, friedliches und starkes Europa wollen“, schreiben die gewählten Vertretungen der knapp 7 Millionen evangelischen und katholischen Christen in einem gemeinsamen Wahlaufruf.

Die Vertretungen der vier großen christlichen Kirchen in Baden-Württemberg rufen zur Teilnahme an der Europawahl am 26. Mai auf. In einem gemeinsamen Wahlaufruf betonen die Diözesanräte der katholischen Diözesen Freiburg und Rottenburg-Stuttgart und die Synoden der evangelischen Landeskirchen Baden und Württemberg, die insgesamt knapp 7 Millionen Christen in Baden-Württemberg vertreten, nur eine starke und handlungsfähige Europäische Union könne die zentralen Zukunftsfragen meistern. Die Bürger hätten die Möglichkeit, über die Ausrichtung der europäischen Politik mitzuentscheiden.

Die vier gewählten Vertretungen bekennen sich klar zur Europäischen Union. „Unser Kontinent braucht die Stimmen derer, die ein einiges, friedliches und starkes Europa wollen“, heißt es in ihrem Wahlaufruf. Faire Löhne, eine Beteiligung der Bürger, offene Binnengrenzen und soziale Gerechtigkeit werden als Prüfsteine für die Wahlentscheidung ebenso genannt wie der entschiedene Einsatz für zivile statt militärische Konfliktbearbeitung und die solidarische Aufnahme von Schutzbedürftigen.

„Auch wenn es sich nicht so anfühlt: Jede Stimme hat Gewicht, und wer nicht zur Wahl geht, gibt den Siegern seine Stimme, ohne Einfluss darauf zu haben, wer die Wahl gewinnt. Es kommt wirklich auf jeden einzelnen Wähler an“, sagte Franziska Stocker-Schwarz, Vorsitzende des Ausschusses Kirche, Gesellschaft und Öffentlichkeit der württembergischen Landessynode. Millionen von Menschen beneideten die Europäer um die Möglichkeit, in freier und geheimer Wahl ihre Zukunft mitzuentscheiden.

„Europa, das ist für mich Toleranz, Solidarität, Nächstenliebe in einer großen, von Vielfalt geprägten Gemeinschaft. Von den kandidierenden Parteien, die sich zur Wahl für das europäische Parlament stellen, erwarte ich, dass sie die europäische Gemeinschaft stärken und nicht schwächen wollen. Unserer Verantwortung für die Zukunft Europas und für die Welt können wir nicht mit engstirnigem, nationalistischem Denken gerecht werden“, sagte Johannes Warmbrunn, Sprecher des Diözesanrats Rottenburg-Stuttgart, im Blick auf die bevorstehende Wahl zum europäischen Parlament.

„Als Christinnen und Christen sind wir verpflichtet, uns für die Würde eines jeden Menschen einzusetzen. Politisch schlägt sich das nieder in einem unverrückbaren Bekenntnis zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Besonders durch die aktive Teilnahme an Wahlen müssen wir uns dafür in die Pflicht nehmen lassen“, betonte Martina Kastner, Vorsitzende des Diözesanrats der Erzdiözese Freiburg.

"Die Evangelische Landeskirche in Baden ist seit Jahren auf dem Weg zur Kirche des gerechten Friedens. Wir sind der Überzeugung, dass ein einiges Europa dem Frieden und der Versöhnung zwischen Menschen, Kulturen und Nationen nicht nur in Europa dient. Wir rufen deshalb die Bürgerinnen und Bürger auf, mit ihrer Stimme ein Zeichen für ein solidarisches und menschenfreundliches Europa zu setzen", erklärte Thomas Schalla, der in der Landessynode der Evangelischen Landeskirche in Baden dem Bildungs- und Diakonieausschuss vorsteht.