Eifrig geschaufelt, gebohrt, gesägt und geschraubt

72-Stunden-Aktion Soziale Projekte in drei Tagen verwirklicht / Alle haben ihr Ziel erreicht / Hilfe war willkommen

„Endlich Feierabend!“ sagen konnten am Sonntagabend die jungen Leute, die in den vier Gruppen bei der 72-Stunden-Aktion im Dekanat Mergentheim aktiv waren.

Bad Mergentheim. Egal ob Junge oder Mädchen, ob Jugendlicher oder junge Erwachsene, es wurde kräftig hingelangt und so manche Überraschung gemeistert. Ständig „unter Beobachtung“ der kritisch-freundlichen Öffentlichkeit waren die Ministranten der Seelsorgeeinheit „Lamm“ (zwischen Münster und Spital) sowie die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) in Stuppach (beim Beachvolleyballplatz) – sie stemmten die „schwierigsten“ Aufgaben, hatten aber auch das meiste „Personal“ zur Verfügung.

Fristgerecht fertig

Doch die Vorhaben gelangen, auch unter tatkräftiger Mithilfe externer Helfer. Eher im Verborgenen werkelten die ehemaligen Kapuziner-Ministranten in ihren Domizil im Johanniterhof und die 14 Jungs und Mädchen der Lorenz-Fries-Schule in ihren Schul- und Werkräumen. Sowohl das mobile Fußball-Billiard als auch die museumspädagogischen Spiele wurden fristgerecht fertig; und so konnten die Lorenz-Fries-Schüler, zusammen mit ihren Lehrern, am Sonntag beim Fest vor dem neu gestalteten Platz vor dem Spital mit berechtigtem Stolz ihre Arbeiten vorzeigen.

Aktions-Tagebuch

Auch das elektronische Aktions-Tagebuch fand dabei viel Beachtung, während die von der „Lamm“-Gruppe neu angelegten Wege, der Brunnenstein und die Verankerungshülsen für die Sonnenschirme viel Zuspruch fanden und und das von ihnen ausgerichtete Fest für Bewohner und Angehörige sowie interessierte Besucher seinen Lauf nahm.

Viel Beachtung fanden die vier Gruppen während der vergangenen Tage (wir berichteten ausführlich): Nicht nur Dekanants-Jugendreferent Matthias Reeken und die weiteren Mitglieder des Koordinierungs-Teams, auch zahlreiche interessierte Bürger waren immer wieder vor Ort und verfolgten die Fortschritte.

OB ganz begeistert

Auch Oberbürgermeister Udo Glatthaar war bei seiner Info-Tour, die ihn durch die Stadt führte, ganz begeistert von der Schaffenskraft der jungen Leute und stiftete beispielsweise der „Lamm“-Gruppe spontan ein Eis. Und alle Zuschauer waren begeistert. „Tolle Sache!“, „da schimpft man immer über die Jugend, aber die sind doch ganz anders!“ oder einfach ein „Hochachtung!“ waren häufig zu hören, und Eltern sowie Angehörige waren sichtlich stolz auf ihre Sprößlinge. Richtig zufrieden schaute Peter Striffler, der Leiter des Katholischen Verwaltungszentrums, auf den neugestalteten Platz und das Fest. „Einfach super!“, sagte er über die Aktion.

Handwerker, das Stadtwerk und auch Eltern stellten Gerät, Know-how und Arbeitskraft zur Verfügung. Die Verpflegung der hungrigen und durstigen Arbeiter war für viele Einwohner eine Ehrensache – es wurde reichlich gespendet, und die Macher konnten gut gestärkt weiterschaffen.

„Ziehe meinen Hut“

Dekanats-Jugendreferent Matthias Reeken zog ebenfalls eine überaus zufriedenstellende Bilanz der gesamten Sozialaktion: „So kurz nach der 72-Stunden-Aktion kann ich nur meinen Hut ziehen vor dem Engagement der vielen Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Alle vier Aktionsgruppen sind bis Sonntag, um Punkt 17.07 Uhr, mit ihrer Aufgabe fertig geworden.

Herzlichen Dank für diesen riesigen Einsatz und auch den Mut, schier unlösbar erscheinende Aufgaben anzupacken. Teilweise wurden Arbeiten am Samstag noch bis in die Dämmerung hinein und sogar noch darüber hinaus unter Flutlicht verrichtet, damit am Sonntag gefeiert werden konnte.

Die Setzung einer Natursteinmauer in Stuppach am Beachvolleyballplatz stellte sich für die KLJB Stuppach als größere Herausforderung heraus als zunächst gedacht.

Am Beispiel der Spitalplatz-Gestaltung durch die Minis der Seelsorgeeinheit ’Lamm’ kann man gut den Geist dieser Aktion erkennen. Kinder und Jugendliche bekommen eine Aufgabe gestellt, von der sie zuvor nichts wussten, planen, packen an und setzten sich für andere ein und dann kommt eine ganz besondere Dynamik in Gang: Die Hilfe, die sie geben kommt zu ihnen zurück, indem auch sie Hilfe von verschiedenen Seiten erhalten. Jemand besorgt einen dringend benötigten Bagger, andere kommen spontan mit Essen vorbei, wieder andere helfen tatkräftig mit oder sprechen ein gutes Wort.

Die 72-Stunden-Aktion ist immer wieder eine große Herausforderung, bei der es gilt, an seine Grenzen und vielleicht auch ein bisschen darüber hinaus zu gehen.

Die beiden abschließenden Feste am Sonntagnachmittag haben dann die teilnehmenden Gruppen zusammen gebracht. Die Schüler der Lorenz-Fries-Schule und deren Lehrer waren ein großer Gewinn beim Wiesenfest vor dem Spital ’Zum Heiligen Geist’.

Spiele ausprobiert

Spontan schauten viele Passanten vorbei und konnten so auch die Spiele ausprobieren, die die Schüler zu ihrem Namensgeber der Schule – Lorenz Fries – gebaut haben. Ihren künftigen Platz erhalten diese Spiele in einem Archivschrank, der nach Zeichnungen von Lorenz Fries nachgebaut wird und dann Aufstellung im Deutschordensmuseum finden soll. Hier können sich dann Kinder und Familien an den Spielen versuchen und etwas über das Leben von Lorenz Fries erfahren.

Ein weiteres Fest fand am Sonntagmittag beim Beachvolleyballplatz in Stuppach statt, welcher 2004 ebenfalls in einer 72-Stunden-Aktion entstanden ist. Das mobile Fußballbillard, welches die ehemaligen Kapuziner-Ministranten innerhalb von 72 Stunden gebaut haben, konnte ausprobiert werden.