Kein Fest - und doch gefeiert

Obwohl das Fest der Generationen aufgrund der Bauarbeiten rund um Carolinum und Stadtkloster abgesagt war, ließ es sich die Münstergemeinde nicht nehmen, rund ums Münster fröhlich zu feiern.

Fleißige Helfer hatten bereits am Morgen Tische und Bänke aufgestellt. Der Gottesdienst wurde von den Kindergartenkindern und dem Kinder- und Jugendchor St. Johannes gestaltet und endete mit dem Lied: "Du hast uns deine Welt geschenkt. Herr, wir danken dir", das von allen mit rhythmischem Klatschen begleitet wurde. Danach fand man sich vor dem Münster zur Hocketse zusammen. Unter den schattenspendenden Bäumen ließ es sich gut aushalten. Die Stadtkapelle tat ein Übriges, um die fröhliche, gelöste Stimmung noch zu steigern.

Unterstützt wurden die Feiernden von den Pfadfindern am Grill, die Steaks und Würstchen grillten, die sie im Brötchen servierten. Sie hatten aber auch Grünkernküchle im Angebot und dazu natürlich beste Laune. An der Kuchentheke bot der Frauenbund selbstgebackenen Kuchen an, den sich viele zum Mitnehmen einpacken ließen. Und am Getränkeausschank, an dem nicht nur Bier aus dem Fass gezapft wurde, sondern wo der Durst auch mit nichtalkoholischen Getränken gestillt werden konnte fanden sich die immer gleichen fleißigen Helfer. Wie immer an der Münsterbauhütte wurden alle Speisen und Getränke gegen eine Spende zugunsten der Münsterrenovierung abgegeben.

Etwas ganz Besonderes war die Vorstellung des "Märchedoler Spielmobils", das anlässlich dieser Hocketse offiziell der Öffentlichkeit übergeben wurde. Werner Bopp, Mitglied des Kirchengemeinderates, erklärte die Ursprünge und den Zweck dieses Spielmobils. Die Idee wurde bereits 2016 geboren, die ersten Brettspiele im Jahr 2017 von einer Firmgruppe unter Anleitung von Martin Rosenitsch angefertigt; aber wie so oft verzögerten unvorhergesehene Ereignisse die letztliche Umsetzung.

Anfang des Jahres sind nun Werner Bopp und seine Familie das Projekt wieder angegangen.

Der Anhänger, um den es hier geht, ist Eigentum von Helena und Werner Bopp. Der Inhalt des Spielmobils wurde von unterschiedlichen Organisationen und Personen finanziert und gestiftet. Unterstützt wird das Projekt ideell als auch finanziell sowohl von der katholischen als auch von der evangelischen Kirchengemeinde, also ein wahrhaft ökumenisches Projekt. Es ist Werner Bopp gelungen weitere Sponsoren und Unterstützer zu finden. Mit dabei ist die Naturschutzgruppe Taubergrund e.V., die Gruppe Amnesty International Bad Mergentheim, der Arbeitskreis Baubiologie Mainfranken. Nicht zu vergessen Herr Schmidt von der Fa. WTG-Resonanz, der die Kosten für Layout und Beschriftung des Spielmobils übernommen hat.

Nach dem Willen der Stifter soll das Spielmobil das Gemeindeleben bereichern und für Veranstaltungen der Gruppierungen zur Verfügung stehen. "Gemeinsam spielen - nicht allein" ist hier das Motto. Aber noch wichtiger ist, so Werner Bopp bei seiner Einweihungsrede, dass mit diesem Spielmobil Kirche auch dort präsent sein soll, wo sie normalerweise nicht in Erscheinung tritt. Beim Spiel sollen Menschen miteinander ins Gespräch kommen und im Gespräch wieder in Kontakt mit Kirche kommen bzw. diesen Kontakt nicht ganz verlieren.

Deshalb sucht das Spielmobilteam noch Mitstreiter. Jeder, der im Spielmobil mitarbeiten will, ist hoch willkommen. Wenn Sie sich vorstellen können, im Spielmobilteam regelmäßig mitzumachen oder auch nur an einzelnen Tagen mal auszuhelfen, so freut sich Werner Bopp und sein Team über eine Rückmeldung. Auch zusätzliche Spiele, die sich vielleicht auf Ihrem Dachboden verstecken, aber noch benutzt werden können, werden gebraucht.

Freuen wir uns an dem gelungenen Projekt und sagen wir herzlichen Dank für die Initiative und den Einsatz von Werner Bopp und seiner Familie, die das Märchedoler Spielmobil erst möglich gemacht haben.

Ein weiterer Bereich, der aber leider nicht ganz so viel Aufmerksamkeit erreichte, waren die Infotafeln zur geplanten Innenrenovierung des Münsters. Viele Schautafeln mit den entsprechenden Plänen und Untersuchungen hatte Verwaltungsdirektor Peter Striffler zusammengestellt. Vorgestellt wurden Reinigungsarbeiten an den Fresken, die Umgestaltung des Kirchenschiffes, hier insbesondere die geplante Barrierefreiheit, Ansichten ohne obere Empore und vieles mehr. Die Interessierten konnten sie sich nicht nur ansehen, sondern auch mit den auf Listen namentlich aufgeführten Mitgliedern des Kirchengemeinderates ins Gespräch kommen und sich so direkte Informationen einholen. Sicher wird hier noch weiter zu berichten sein.