Pastoralvisitation in unserer Seelsorgeeinheit

Am 3. Februar besuchte uns Weihbischof Thomas Maria Renz, der für unseren nördlichen Teil der Diözese zuständig ist, zu einer Visitation.

Worum geht es eigentlich bei einer Visitation? Es geht um Stärkung und Ermutigung im Glauben, d.h. dass wir uns wieder besinnen auf die Grundlagen unseres katholischen Glaubens und auf ein gelebtes christliches Zeugnis: in der Familie, in der Schule, am Arbeitsplatz. Außerdem geht es darum, das Engagement und den Einsatz der Priester und Diakone, der hauptamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, wie auch der vielen Frauen und Männern, die ehrenamtlich in den Pfarreien tätig sind zu bestärken, sie zu loben und zu ermutigen.

Es ist aber auch Aufgabe einer Visitation, sich über den Stand der Seelsorge, der Pfarramtsverwaltung und kirchlichen Vermögensverwaltung ein umfassendes Urteil zu bilden.

So besuchte der Weihbischof unter anderem die frisch renovierte Dreifaltigkeitskirche in Löffelstelzen. Er unterhielt sich lange mit dem Pastoralteam und fand sich am frühen Abend im Johannessaal ein, wo er zunächst mit den Mitgliedern des GASE (Gemeinsamer Ausschuss der Seelsorge-Einheit) ins Gespräch kam. Er bekam einen kurzen Rückblick auf den Entwicklungsprozess KiamO (Kirche am Ort - Kirche an vielen Orten) und was sich in unserer Seelsorgeeinheit bisher daraus entwickelt hat, wo wir jetzt in diesem Prozess stehen. Rudi Kromer ging hier besonders auf die vier Grundhaltungen ein: Vertrauen, Lassen - Loslassen, Erwarten, Wertschätzen. Im Folgenden wurden viele Felder aufgezeigt, in denen die Anwesenden tätig sind und Felder, in denen weitere Anstrengungen wünschenswert sind, aber für die oft aufgrund der Arbeitsbelastung keine Kapazitäten frei sind. Zu Manchem bleibt einfach keine Zeit. Aber der Rückblick zeigte auch enorme Fortschritte auf, insbesondere bei der Arbeit im GASE. Das anfängliche Grundmisstrauen ist einer großen Geschwisterlichkeit gewichen. Man ist miteinander auf dem Weg, wobei sich Befürchtungen und Hoffnungen die Waage halten.

Nach einer kurzen Pause kamen dann weitere KGR-Mitglieder aus der Seelsorgeeinheit und hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen zu einer größeren Runde zusammen.

Rudi Kromer erklärte in seiner Begrüßung noch einmal die Aufgabenbereiche einer Visitation, bevor die vier Kirchengemeinden sich einzeln kurz vorstellen konnten. Weihbischof Thomas Maria Renz  zeigte sich voll von Eindrücken und Informationen. Er hob hervor, dass er viel Engagement sehen konnte und er bemerkt habe, dass aber doch auch alle viel Freude an ihrem Engagement hätten, was ihn sehr beeindrucke. "Es gibt aber auch in Zukunft noch viele Baustellen, sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne." Er riet zur Selbstverantwortung was die Arbeitsbelastung angeht und wies auf den Grundsatz des Lassens, des Loslassens hin.

Nun war die Reihe an den Anwesenden ihre Fragen zu stellen.

Fragethemen waren hier:

  • Heizung in St. Kilian?
  • Wie kommt man an Neuzugezogene heran?
  • Was können wir als Einzelne gegen die vielen Kirchenaustritte tun?
  • Was können wir vom Synodalen Weg erwarten?
  • hier insbesondere von der Rolle der Frau in der Kirche?
  • Was kommt nach dem KiamO-Prozess?
  • Was ist mit dem Personalschlüssel für das Pfarrbüro?
  • Wie sieht es mit der Neubesetzung der Pfarrerstelle aus?
  • und die Frage des Weihbischofs an uns: Wie müsste der neue Pfarrer denn für Sie aussehen? Welche Charakterzüge müsste er haben?

(Auf diese Fragen und die Antworten des Weihbischofs wird in einem weiteren Bericht eingegangen.)

Rudi Kromer beschloss die Aussprache mit den Worten: " Ich habe das Gefühl, dass Weihbischof Thomas Maria Renz jemand ist, der genau hinhört, der zuhört. Wir werten dies als Zeichen der Wertschätzung."

Mit einem Dankgebet, gesprochen von Pfarrer Skobowsky, und dem Segen durch den Weihbischof endete dieser Abend.

Den Abschluss der Visitation bildete eine Eucharistiefeier für unsere ganze Seelsorgeeinheit am Sonntag, dem 9. Februar. Sie zeigte noch einmal, dass es bei einer Visitation wichtig ist, dass wir wieder gemeinsam entdecken, woraus wir als Kirche leben - aus der Gemeinschaft mit Jesus Christus, die uns in der Feier der Heiligen Messe immer neu geschenkt wird. Nur so werden wir die strukturellen Planungen auch wirklich mit Leben erfüllen können, wenn wir uns wieder gemeinsam auf unsere Mitte besinnen: Jesus Christus unsern Erlöser - der in den Sakramenten und im Wort der Heiligen Schrift uns nahe, ja unter uns gegenwärtig ist.