KDFB

Frauenbund im Schlosspark Bad Mergentheim

Tillmann Zeller mit einigen der Damen unter dem Blauglockenbaum

Zu einer fachkundigen Führung durch den Schlosspark hatte der KDFB Zweigverein Bad Mergentheim eingeladen. Tillmann Zeller empfing die Damen (und den einen Herrn) am Schellenhäuschen, einem von zwei fremdartig anmutenden Gartenhäuschen, die den Schlosspark zieren. Sie stehen seit 1802 im Park: das Halbmondhäuschen im orientalischen und das Schellenhäuschen im chinesischen Stil.

Der heute dem Land BW gehörende Schlosspark der ehemaligen Deutschordensresidenz Mergentheim wurde ab Ende des 18. Jahrhunderts als Landschaftgarten gestaltet, im Gegensatz zum französischen Garten. Der Garten wollte durch Natürlichkeit überzeugen, immer wieder neue Einblicke und Entdeckungen sollten einen idealen Ausschnitt der Natur abbilden. Geschwungene Wege und immer wieder neue Sichtachsen gehören zu den Gestaltungselementen eines solchen Landschaftsgarten. Bis heute ist der große Artenreichtum bei den Bäumen im Park bildprägend, die aus aller Herren Länder hierhin verpflanzt wurden. 42 dieser Bäume sind mit Beschilderungen versehen, die dem Besucher interessante Informationen vermitteln. Spannender ist es natürlich, wenn man diese Informationen verbunden mit kleinen Geschichten von einem "Parkführer" wie Tillmann Zeller erzählt bekommt. So erfährt man auch etwas über die leider trockengelegten Wasserflächen, die einmal von der Wachbach gespeist wurden und mit einem Wasserfall verbunden waren. Das Entendörfchen auf der Insel im See ist vielen aus Erzählungen und von alten Postkarten bekannt. Es braucht nicht viel Fantasie, sich diese Idylle vorzustellen.

Auf dem kurzen Spaziergang führte Tillmann Zeller die Damen zu einer Reihe von Besonderheiten wie dem Judasbaum, dem Gingko, dem Maulbeerbaum, dem dreidornigen Lederhülsenbaum, dem Blauglockenbaum, dem japanischen Schnurbaum, dem Tulpenbaum, und nicht zu vergessen zu der prachtvollen Platanenallee mit den im Jahre 1791 bei der Neugestaltung des Hofgartens gepflanzten Platanen. Aber auch die vielen zum Teil alten Obstbaumsorten waren von Interesse, sowie die Information, dass in den Gewächshäusern auch Ananas, Kaffee, Zuckerrohr und viele exotische Pflanzen, unter anderem zum Beispiel siebzehn verschiedene Aloearten gepflegt wurden.

Ein Blick in den leider für die Öffentlichkeit gesperrten Bereich am ehemaligen Gartensaal, der sala terrena, der einen Übergang zum Kapuzinerkloster hatte, rundete die Schlossparkführung ab.