Pueri Cantores

Rund 4500 Sänger/innen aus 169 Chören und 16 Ländern bei internationalem Chorfestival

Gewaltiger Klang erfüllte die Münchner Innenstadt als der 45. Kongress des internationalen Verbands ‚Pueri Cantores‘ am 20. Juli sein Ende fand. Rund 4500 Sängerinnen und Sänger aus 169 verschiedenen Chören reisten aus 16 Ländern in die bayerische Hauptstadt, um in fünftägiger Zusammenkunft über Frieden und das Singen selbst zu singen. Das Motto „CANTATE DOMINO - Vielstimmig für den Frieden - #comeandsing“ begleitete vom 16. bis 20. Juli die gesamte Veranstaltung, die sich den internationalen Austausch zwischen Chören nicht nur aus Europa, sondern auch Amerika und Afrika zum Ziel gesetzt hat – ein Ziel, welches vor allem in den Begegnungskonzerten sehr wohl erreicht wurde.  Teil dieses Austauschs war dabei auch der Jugendchor St. Johannes aus Bad Mergentheim unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Michael Müller.

Nach Eröffnung des Kongresses durch den Präsidenten des internationalen Verbandes Pueri Cantores, Jean Henric, und der Präsidentin des deutschen Nationalverbandes Pueri Cantores, Elisabeth Lehmann-Dronke, am Mittwoch erfüllten die Sängerinnen und Sänger mit den Stücken „Cantate Domino“ und „Come and Sing“ die gesamte Innenstadt rund um den historischen Marienplatz.

Doch nicht nur hier zogen die Chöre Aufmerksamkeit auf sich; Auch am Folgetag bewegte die Musik der Teilnehmer, diesmal bei der Gestaltung der Gottesdienste überall in München. Eine Heilige Messe fand für jede Landessprache der teilnehmenden Chöre statt, für die deutschen Chöre wegen ihrer hohen Anzahl sogar vier, und mündete am Ende des Tages in ein Friedensgebet mit multilingualer Übersetzung. Die Friedensgebete setzten sich auch am Freitag fort und bezeugten die wirkungsvolle Umsetzung des Mottos „Vielstimmig für den Frieden“.

Diese Vielstimmigkeit ließ sich auch in den Begegnungskonzerten ab Freitag, den 22. Juli, feststellen. Von drei bis fünf versammelten Chören an einem Standpunkt ließ jeder Chor sein eigenes Repertoire erklingen, bevor alle SängerInnen zusammen die Konzerte beendeten. Sprachbarrieren bei der Aufführung wurden dabei musikalisch mit Werken auf Englisch oder Latein überwunden, wie zum Beispiel „Ubi Caritas“ von Audrey Snyder, welches der Jugendchor St. Johannes mit den Aschaffenburger Stiftschorknaben und –mädchen und dem belgischen Knabenchor „Les Petits Chanteurs de Belgique“ in der St. Michaelskirche aufführte. Beeindruckend war dabei auch das insgesamt vielfältige Programm der Chöre; vom klassischen „Ave Verum“ Mozarts zum animierenden „My Lighthouse“ über „Shalom Aleichem“ fand sich eine Vielfalt an Sprachen, Stilen, Rythmen und Epochen in den Repertoires – Dementsprechend kehrten alle Zuhörer, andere Chöre und Schaulustige zugleich, mit tiefen Eindrücken zu ihren Tätigkeiten zurück.

Für den Jugendchor St. Johannes ging es am nächsten Tag weiter nach Fürstenfeldbruck. Alle 169 Chöre wurden in verschiedene Orte rund um und in München begleitet, um dort gemeinsam mit anderen Teilnehmern neue Erfahrungen zu sammeln und zusammen zu singen.

Der Höhepunkt dieses Festivals bildete zugleich auch der Schluss; Am altbekannten Marienplatz fand der Abschlussgottesdienst mit Erzbischof Reinhard Kardinal Marx statt. Hier boten die Sängerinnen und Sänger noch einmal alles: Das Stück zu Ende des Gottesdienstes „Rejoice in the Lord“ von George Rathbone wird den Anwohnern und Schaulustigen in der Nähe des Marienplatzes noch lange nachklingen – Genauso wie die tiefgreifenden Worte, die Kardinal Marx an alle Teilnehmenden richtete. „Man kann kein Katholik sein und zugleich andere hassen“ war die Botschaft, die er allen Zuhörern mitteilte und lobte mit den Worten „Danke für Euer Zeugnis; Danke für Euer Friedensgebet“ alle Teilnehmer des diesjährigen Kongresses des Verbands Pueri Cantores. Jean Henric beendete dieses Festival, welches sein letztes als Präsident von Pueri Cantores International sein sollte, mit den Worten „Dieser Kongress war wunderschön“ – Eine Aussage, die angesichts des überwältigenden Einsatzes aller Sängerstimmen nur der Wahrheit entsprechen kann.