Beispiel guter Nachbarschaft

Herzlichen Dank an die evangelische Nachbargemeinde

Die einhellige Meinung der Mitglieder des Kirchengemeinderates der katholischen St. Johannes-Gemeinde ist: "Vielen herzlichen Dank an die evangelische Nachbargemeinde für dieses Beispiel gelebter guter ökumenischer Nachbarschaft."

Was ist Anlass für diesen Dank?

Wie Sie sicher alle wissen, steht das Münster St. Johannes wegen der Innen-renovierung noch eine ganze Zeit lang nicht zur Verfügung. Seit Anfang August finden daher alle Gottesdienste in der Marienkirche statt. Ursprünglich geplant war während der Wintermonate von November bis Anfang Mai die Nutzung der Caritaskirche. Da hat nun aber Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht; die Caritaskirche ist nur für das Krankenhaus nutzbar. Die Entscheidung fiel dann zu Gunsten der Marienkirche, die allerdings nicht geheizt ist.

Schon damals, zu Beginn des Winters Anfang November durften die Werktagsgottesdienste, dienstags 9.00Uhr und freitags 9.00Uhr, in der beheizten evangelischen Schlosskirche gefeiert werden. Teilnehmer an diesen Gottesdiensten waren immer um die 50 Personen, daher wäre auch die Klosterkirche zu klein gewesen.

Völlig unproblematisch und unbürokratisch stimmte die evangelische Kirchengemeinde im Januar der Anfrage zu, ob die Schlosskirche auch am Sonntagabend von der katholischen Gemeinde genutzt werden könne. Diese Zustimmung zeugt nur ein weiteres Mal von der guten ökumenischen Zusammenarbeit der beiden Kirchengemeinden und von geschwisterlicher Hilfe.

Es gibt viele weitere Zeichen der ökumenischen Zusammenarbeit. Das meiste geschieht allerdings in aller Stille, nicht sichtbar für die Augen der Öffentlichkeit. Deshalb sollen hier doch einige Beispiele genannt werden, an erster Stelle die ökumenische Nachbarschaftshilfe, die noch am ehesten in der Öffentlichkeit in Erscheinung tritt, haben ihre Pkws doch einen entsprechenden Aufdruck. Ökumenisch ist auch das Hilfsangebot für die Vermittlung von Impfterminen, das über Schwester Regina Ernst zu erreichen ist.

Ökumenische Gottesdienste finden im Laufe des Jahres mehrere statt, anlässlich des Stadtfestes, zum Weltgebetstag der Frauen und andere mehr.

Die beiden Kirchengemeinderäte haben schon seit Jahren einen Arbeitskreis Ökumene eingerichtet, der sich drei- bis viermal im Jahr trifft und einmal im Jahr setzen sich beide Kirchengemeinderäte zum Austausch zusammen. Gegenseitige Einladungen zu Gemeindefesten sind selbstverständlich und werden beiderseits gut genutzt.

Nicht nur das Leitungsteam der katholischen Pfarrgemeinde und die KGR-Mitglieder bedanken sich bei der evangelischen Gemeinde, auch die Menschen, die sich in dieser Winterzeit in der Schlosskirche gut aufgehoben fühlten. Das zeigten sie in beeindruckender Weise mit einem lang anhaltenden Danke-schön-Beifall am letzten Sonntagabend-Gottesdienst in der Schlosskirche, in den auch Ansgar Weiß als Mesner mit einbezogen wurde, hatte er doch eine ganze Menge Mehrarbeit zu leisten.

Besonders erwähnenswert ist übrigens, dass die Glocken der evangelischen Schlosskirche auch für die katholischen Gottesdienste geläutet wurden. Das wäre vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen. Auch das ein Zeichen, wie sehr Ökumene in Bad Mergentheim lebt.