„Christus ist auferstanden!“

Osterwort der vier Bischöfe im Land

„Christus ist auferstanden!“ – „Er ist wahrhaftig auferstanden!“

Aus dieser Hoffnung und diesem Bekenntnis heraus leben Christinnen und Christen. Worin liegt die österliche Hoffnung? Christinnen und Christen feiern Ostern, weil sie darauf vertrauen, dass Krankheit, Leiden, Schmerz und Tod in neuem Licht erscheinen. Auch und gerade an diesem ganz besonderen Ostern, an dem die Corona-Pandemie wie ein Schatten über der Welt liegt, kann uns das Leid nicht trennen von der Liebe Gottes.

Die Auferstehungsbotschaft stiftet Hoffnung und Zuversicht, dass wir in Gott geborgen und von ihm getragen sind. Ostern zeigt uns, dass die Liebe Gottes, die in Jesus von Nazareth Mensch geworden ist, das Angesicht dieser Welt erneuern und alle Menschen erreichen will. Gottes Liebe bahnt dem Leben den Weg und ermöglicht Menschen das Leben in Fülle. Auch in Zeiten der Trauer geben wir dieser Liebe Raum, in uns selbst und im Miteinander, in der Gemeinschaft der Glaubenden.

Ostern führt uns zusammen in der Liebe Gottes! Ostern ist die Einladung hin zur Gemeinschaft. Das Mysterium der Auferstehung kann ein Mensch für sich allein kaum glauben. Die Osterbotschaft lebt durch das Zeugnis der ersten Osterzeugen. Heute brauchen wir andere, die uns zurufen: „Christus ist auferstanden!“
Auch wenn wir in diesem Jahr keine gemeinsamen Ostergottesdienste in unseren Kirchen feiern können, so dürfen wir darauf vertrauen, dass uns Ostern dennoch zusammenführt. Wir können einander Mut machen und uns im Leid und in der Einsamkeit beistehen, durch tröstende Worte und durch das Gebet füreinander. So können wir antworten: „Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja!“

Angesichts der Corona-Pandemie müssen wir alles tun, damit das Virus sich langsamer verbreitet und dadurch hoffentlich weniger Menschen sterben. Wir hören die Sorgen der Kranken und ihrer Angehörigen, die Klagen der Traurigen und die Zweifel der Einsamen und sagen auch ihnen die Botschaft weiter. Wir beten für Menschen in ihrer Not. Wir bitten auch für die, deren wirtschaftliche Existenz bedroht ist. Wir stützen einander und helfen, wo wir können. Ostern inspiriert uns zu Worten und Taten, die Hoffnung und Mut verbreiten.

Lassen Sie uns die Herzen und die Fenster öffnen und uns gegenseitig über die Straße, von den Balkonen zurufen: „Christus ist auferstanden!“ Denn Christus, der Auferstandene, hält in uns die Sehnsucht nach Leben wach, macht den Mut zum Leben stark. Er sensibilisiert unsere Ohren für die Sorgen der Kranken und ihrer Angehörigen, für Klagen der Traurigen und die Zweifel der Einsamen. Er schärft unsere Augen für die Not und die Probleme, die die Verbote und Auflagen für viele Menschen bedeuten. Er sucht mit uns nach Worten und Taten, die ermutigen und Hoffnung geben, die in diesen Tagen besonders nötig sind: anrufen, fragen, wie es geht, unsere Hilfe anbieten. Er hält in uns die Sehnsucht nach Leben wach. Christus befreit uns zur Solidarität, zur Nächstenliebe und zur Hilfe für andere. Insolchen kleinen Schritten breitet sich der Osterjubel aus und gibt dem Leben einen neuen Klang: „Christus ist auferstanden!“ – „Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja!“

Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes Osterfest.
Ihre vier Bischöfe in Baden-Württemberg

Erzbischof Stephan Burger Erzdiözese Freiburg
Landesbischof Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh Evangelische Landeskirche in Baden
Bischof Dr. Gebhard Fürst Diözese Rottenburg-Stuttgart
Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July Evangelische Landeskirche in Württemberg