Fronleichnam

Dankfest für die Eucharistie

Das Fronleichnamsfest bezieht sich im Gegensatz zu vielen anderen katholischen Fest- und Feiertagen nicht unmittelbar auf ein biblisches Ereignis oder das Leben Jesu, sondern ist aus der Volksfrömmigkeit entstanden. Das Fest heißt in der katholischen Liturgie "Hochfest des Leibes und Blutes Christi". Meist wird es aber nur Fronleichnam genannt. Der Name leitet sich vom mittelhochdeutschen "vrone licham" ab, was so viel bedeutet wie "des Herren Leib".

Fronleichnam wird an einem Donnerstag begangen, weil es in Verbindung mit dem Gründonnerstag steht, dem Tag des letzten Abendmahls Jesu mit seinen Jüngern. Bei diesem Mahl wurde das Sakrament der Eucharistie eingesetzt, in dem Katholiken die Gegenwart Christi in den Zeichen von Brot und Wein feiern. Weil die Karwoche durch einen stillen Charakter geprägt ist, wurde das Fronleichnamsfest auf einen Termin nach Pfingsten gelegt: am 40. Tag nach Ostern ist Christi Himmelfahrt, am 50. Tag Pfingsten, am 60. Tag Fronleichnam.

Bekannt ist das Fest für seine festlichen und feierlichen Prozessionen. Dabei wird eine geweihte Hostie in einem besonderen Gefäß, der Monstranz, vom Priester von der Kirche aus durch die festlich geschmückten Straßen getragen. Dabei wird er von vielen Gemeindemitgliedern begleitet. Fahnen und Blumenteppiche tragen zum Gesamtbild bei.

Auch in Bad Mergentheim fanden vor Corona Fronleichnamsprozessionen statt. Doch auch in diesem Jahr musste auf eine Prozession durch die Stadt verzichtet werden. Um trotzdem möglichst vielen Menschen die Teilnahme an diesem Fest zu ermöglichen, fand der Gottesdienst im Kurpark an der Musikmuschel statt. Fleißige Helfer hatten den Bereich coronakonform vorbereitet, ein freundliches Empfangsteam übernahm Registrierung und Platzzuweisung, ein wunderschöner Blumenteppich (siehe oben) zeigte den Haupteingang und eine doppelte Blumengirlande führte durch den Mittelgang. Mit einem feierlichen Einzug vorbei an den Abordnungen der Deutschordenskompanie und des Historischen Schützencorps mit den Bürgerfrauen, die auch in den Jahren davor die Prozession begleiteten, begann der Gottesdienst. Die musikalische Gestaltung lag in den Händen von Kirchenmusikdirektor Michael Müller mit seinen Chorleuten, zwei Frauenstimmen und zwei Männerstimmen, die in hervorragender Weise die Liturgie mit altbekannten und mit neuen Liedern untermalten. Gemeinsames Singen ist ja leider immer noch nicht möglich.

Die zahlreichen Besucher erlebten einen sehr stimmungsvollen und feierlichen Gottesdienst im strahlendem Sonnenschein.

Den Abschluss bildetet eine kleine Prozession von Messdienern und den Zelebranten Diakon Wolfgang Bork und Pater Basil mit der Monstranz. Der Weg führte außen herum an den historischen Abordnungen vorbei und durch den Mittelgang wieder zurück zum Altar. Dort wieder angekommen spendete Pater Basil allen Anwesenden den eucharistischen Segen.