Neuer Glanz für verrußte Wände

Noch im Juni soll mit dem Bauabschnitt II der Münstersanierung begonnen werden

Die Ausschreibungen für den zweiten Bauabschnitt der Münstersanierung sind derzeit im Gange. Im Juni soll dann mit den Arbeiten begonnen werden.

Wenn das Weihnachtsfest 2022 naht, dann soll das Münster St. Johannes in Bad Mergentheim wieder in festlichem Glanz erscheinen. Doch bis dahin gibt es noch viel Arbeit.

Der erste Bauabschnitt ist weitgehend abgeschlossen (wir berichteten), im Sommer soll nun Bauabschnitt zwei folgen. Rund 783 000 Euro schlagen in dieser Phase zu Buche, 460 000 Euro hiervon übernimmt die Diözese, 160 000 Euro fließen aus Eigenmittel der Kirchengemeinde und vom Landesamt für Denkmalschutz kamen nochmals 80 000 Euro hinzu. Bleiben noch rund 80 000 Euro, die die Kirchengemeinde über Spenden finanzieren muss, so Peter Striffler, Leiter des katholischen Verwaltungszentrums im Gespräch mit der FN. Insgesamt werden für die drei Bauabschnitte rund 1,7 Millionen Euro investiert.

Dankbar für viele Helfer

Peter Striffler weiter: „Wir sind nicht nur dankbar für die vielen Spenden, die jetzt bereits eingegangen sind, auch für die ehrenamtliche Helfer, die in zahlreichen Stunden Eigenleitungen erbracht haben.“ Hierzu gehörten neben dem Ausbau der Kirchenbänke auch die Baureinigungen, ebenso haben zahlreiche Freiwillige bei Ausbau der Orgelempore mitgeholfen.

Lagen im ersten Bauabschnitt die Schwerpunkt-Arbeiten auf Roh- und Rückbau sowie auf den Veränderungen der Höhenniveaus und der Ertüchtigung des Heizungskellers, steht der nun kommende Abschnitt unter der Überschrift „Raumschutz, Heizung und Vorbereitung der Technik“, erläutert Architekt Hanns Berger, vom Büro Berger Architektur und Denkmalpflege in Rothenburg ob der Tauber im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten.

Einwilligungserklärung - WhatsApp-Helfergruppe zur Münsterrenovierung

Wandmalereien restaurieren

In diesem Bauabschnitt sollen nun die Wände, das Gewölbe und der Boden wiederhergestellt, gereinigt und neu verputzt werden. Vorallem die Wände des Chorraums, so Berger weiter, werden von Verrußung und Schimmelbefall befreit, die Langhauswände hingegen bekommen einen Neuanstrich und die zahlreichen Wandmalereien werden restauriert.

Ein weiterer zentraler Punkt ist die Erneuerung der Heizungsanlage samt Warmluftheizung sowie der Einbau einer Klimaregulierung. „Wir haben die Raumfeuchte und die Temperatur über einen längeren Zeitraum gemessen und festgestellt, dass sie tendenziell zu hoch sind. Das ist nicht gut für die Kunstwerke und fördert die Schimmelbildung. Hier wollen wir in Zukunft weniger Schwankungen und ein stabileres Klima haben“, erklärt Berger. Ferner werden noch in diesem Jahr technische Vorbereitungen betroffen, um in Bauabschnitt III die Beleuchtung und die Lautsprecheranlage einbauen zu können.

Ausschreibungen laufen

Bereits im Dezember vergangenen Jahres kam die Finanzierungs-Freigabe der Diözese Rottenburg Stuttgart erläutert Peter Striffler. Derzeit laufen nun die Ausschreibungen, im Juni soll dann mit den Arbeiten begonnen werden. Ziel sei es, so Striffler weiter, den Bauabschnitt II noch in 2021 abzuschließen, damit im kommenden Jahr mit der dritten und letzten Bauphase die Sanierung des Münsters endgültig abgeschlossen werden kann. In diesem letzten Arbeitsteil werden dann wieder die Skulpturen und Gemälde ins Gotteshaus einziehen, die Technische Ausstattung mit Beleuchtung und Lautsprecheranlage wird installiert.

Ein besonderes Augenmerk, so erläuterte Architekt Berger, wurde vom Kirchengemeinderat auf das Beleuchtungskonzept gelegt, damit eine bessere Lesbarkeit für Gottesdienstbesucher entsteht. Und weiter: „Mit einer gezielten Beleuchtung können wir für einen besseren Raumeindruck sorgen und besondere Szenarien hervorheben“. Im Mai 2022 wird das Orgelprospekt eingebaut und im September 2022 folgt das Orgelwerk.

Das bisherige Münster, das vielen Gläubigen eher dunkel und gedrückt in Erinnerung war, wird sich nach der Sanierung deutlich heller im Erscheinungsbild zeigen, sind sich Hanns Berger und Peter Striffler sicher.