"Steh auf und geh"

Gottesdienst zum Weltgebetstag am 6. März um 17.30 Uhr in die Klosterkirche

Der Weltgebetstag wird jedes Jahr von christlichen Frauen aus einem anderen Land vorbereitet. Jeweils am ersten Freitag im März wird dieser Gottesdienst in mehr als 120 Ländern rund um den Globus gefeiert. Allein in Deutschland, das seit mehr als 100 Jahren dabei ist, machen jährlich mehr als 800.000 Menschen mit.

In diesem Jahr kommt die Liturgie aus Simbabwe. Simbabwe ist eines der afrikanischen Länder ohne eigenen Meerzugang. Es ist umschlossen von Südafrika, Mosambik, Sambia und Botswana. Simbabwes Geschichte begann bereits vor 100.000 Jahren. Die Erinnerung daran wird durch mündliche Überlieferung wachgehalten, denn kein Schriftstück erzählt von den alten Königreichen, obwohl sie eine grandiose Architektur, kompetentes Handwerk, effektive Verwaltung, erfolgreiche Landwirtschaft, weitreichende Handelsstrukturen und einen ausgeprägten Bergbau entwickelten. Die Europäer erreichten die Region erst im 17.Jhd. Der Brite Cecil Rhodes zerschlug 1896 das letzte afrikanische Königreich und Groß- Simbabwe erhielt ab 1911 den Namen Rhodesien. Viele Kolonien wurden nach dem 2.Weltkrieg unabhängig. Nicht so Rhodesien. Erst nach langen Guerillakriegen und langwierigen Verhandlungen erlangte Simbabwe am 18. April 1980 die allgemein anerkannte Unabhängigkeit. Doch befriedet war das Land keineswegs. Dem Massaker im Matabeleland fallen ca. 30.000 Menschen zum Opfer. Bis heute leidet die Nation unter diesen Verbrechen. Die Gesellschaft ist gespalten: in Stadt und Land, Alt und Jung, Gebildete und Ungebildete. Korruption ist allgegenwärtig. Doch es gibt kleine Ansätze der Veränderung zu sehen: Initiativen, die sich für Friedensgespräche einsetzen, die für Sauberkeit in ihren Stadtvierteln sorgen, Organisationen, die die schädlichen Traditionen bekämpfen, Gruppen, die brachliegenden fruchtbaren Boden bebauen, Menschen, die sich um die Nachbarschaft kümmern und auch einige Unternehmerinnen und Unternehmer, die eine gerechtere Wirtschaftsordnung wollen. Viele dieser Bemühungen werden von Frauen vorangetrieben. Die für den diesjährigen Weltgebetstag gewählte Bibelstelle "Steh auf und geh!" sei, so die Frauen vom zuständigen Komitee, Vision, Hoffnung und Ansporn zugleich. "Wir erzählen den Christinnen in der ganzen Welt, wie es uns geht. Und wir bitten um ihre Fürbitte. Dann wird alles gut", sagen sie mit tiefer Überzeugung.

In vielen Gemeinden wird am 6. März der Weltgebetstag zum Motto "Steh auf und geh!" gefeiert. In Bad Mergentheim zum Beispiel wird um 17.30 Uhr in die Klosterkirche (Kapuzinerkirche) eingeladen. Nach dem Gottesdienst findet ein informierendes Zusammensein bei Kostproben aus der Küche Simbabwes statt