Berichte zur Münsterrenovierung

23.11.2017 - Brigitte Firsching

Turmzier erstrahlt in neuem Glanz

Münster St. Johannes wieder mit Wetterfahne

Vor einigen Jahren riss ein Sturm die Wetterfahne, die erst 1989 neu gestaltet wurde, vom Turm des Münsters St. Johannes. Diese Wetterfahne konnte damals sichergestellt werden, nicht aber das Kreuz, das ursprünglich oberhalb der Wetterfahne angebracht war.

Als nun in April 2017 die Außenrenovierung des Münsters begann, (die FN berichtete) beschloss der KGR, auch die Turmzier wieder anzubringen. Die alte Wetterfahne wurde restauriert und ein neues Kreuz geschaffen. Jetzt ist es wieder auf der Spitze des Turms angebracht und strahlt über die Dächer unserer Stadt. Ein zusätzliches Ausgleichsgewicht soll dafür sorgen, dass die Turmzier Stürmen besser widerstehen kann.

Das Turmgerüst konnte nun Stück für Stück abgebaut werden. Ein Abrüsten erfolgt allerdings nur bis auf Traufhöhe des Chores. Dass das Gerüst zum Teil auch über den Winter bleiben muss, ist dem erheblichen Mehraufwand für die Schäden am Naturstein geschuldet.

Bei kalten bzw. frostigen Temperaturen kann der Naturstein nicht bearbeitet werden. Alle hoffen also auf noch viele frostfreie Tage und Nächte, um diese Arbeiten eventuell doch noch vor dem Winter beenden zu können.

2018 ist eventuell mit kleineren Restarbeiten im Außenbereich zu rechnen, vor allem im Sockelbereich und an der Nordseite der Fassade.

Alle Maßnahmen wurden eng mit dem Landesdenkmalamt abgestimmt, so Verwaltungsdirektor Peter Striffler, der auch noch mitteilte, dass ein 3D-Modell zur Konzeptionierung der künftigen Außenbeleuchtung mittlerweile vorliegt.

Auch die Kosten sind einigermaßen im vorgesehenen Rahmen geblieben. Der Anteil an Eigenleistungen und Spenden aus dem Bereich der Kirchengemeinde liegt bei 100.000 €. Bislang sind allerdings erst 63.000,- € eingegangen. Weitere Spenden werden also dringend benötigt. (auch im Hinblick auf die ab 2020 anstehende Innenrenovierung)

Deshalb hier noch einmal der Hinweis auf die Münsterbauhütte vor St. Johannes, die an vielen Terminen Essen und Trinken anbietet und übrigens auch an den Weihnachtsmarkttagen geöffnet ist und deren Erlös für die Münsterrenovierung verwendet wird.

03.08.2017 - Fränkische Nachrichten (Sascha Bickel)

Münsterrenovierung - Mehraufwand beim Naturstein nötig

Zwischenbilanz zur Münster-Außensanierung gezogen / Erneuter Spendenaufruf / Gerüst soll im November abgebaut werden

Das Münster wird aufwendig saniert. Die Arbeiten sind im Zeitplan, wenngleich ein Mehraufwand bei der Naturstein-Sanierung mittlerweile festgestellt und bereits angegangen wurde.

Im November soll das große Gerüst, das das Gotteshaus derzeit umschließt, wieder abgebaut werden. 2018 ist eventuell mit kleineren Restarbeiten im Außenbereich zu rechnen. Die Innenrenovierung wird jedoch erst ab 2020 angepeilt.

Eine weitgehend zufriedenstellende Zwischenbilanz ziehen Hanns Berger vom Architekturbüro Vix aus Niederstetten und der Leiter des katholischen Verwaltungszentrums, Peter Striffler, im Gespräch mit unserer Zeitung. Striffler teilt zuversichtlich mit: "Der Zeitplan wird eingehalten!"

Die Münster-Außensanierung kommt voran. Die ersten Monate sind geschafft und das große Ziel lautet nach wie vor, die von der Diözese genehmigte Millionengrenze bei den Kosten einzuhalten. "Vorgesehen sind Ausgaben in Höhe von 1.017.000 €", erläutert Peter Striffler und fügt an: "Das wird knapp." Der Anteil an Eigenleistungen und Spenden aus dem Bereich der Kirchengemeinde liege bei 100.000 €. Bislang seien allerdings erst 15.000 € eingegangen. Weitere Spenden würden dringend benötigt.

Auf bis zu 2,7 Millionen Euro beziffert Striffler die erwarteten Gesamtkosten der Münster-Sanierung. Die errechneten Aufwendungen für die Innenrenovierung lägen bei bis zu 1,7 Millionen Euro.

Alle Maßnahmen würden eng mit dem Landesdenkmalamt abgestimmt, teilt Striffler noch mit und erläutert, dass ein 3D-Modell zur Konzeptionierung der künftigen Außenbeleuchtung in Auftrag gegeben wurde.

Architekt Berger geht auf die bisherigen Maßnahmen am Münster und eine Überraschung ein: Im Dachraum über der Eck'schen Kapelle habe man im Bereich eines zugesetzten Fensters eine alte Wandfläche entdeckt - vermutlich in der Originalfassung!

Berger berichtet weiter von Salzmessungen, dem Abnehmen belasteter und nicht entsalzbarer Putzbereiche, der Fassadenreinigung und der Konservierung von Naturstein-Teilen. Ab nächster Woche erfolge der Auftrag von neuem Putz. Gerade beim Naturstein habe sich ein Mehraufwand ergeben, so Berger. Aufgrund der Vielzahl an schadhaften Stellen hält er kleinere Restarbeiten im unteren Bereich des Münsters durchaus in 2018 - dann aber ohne Gerüst - für möglich. Momentan arbeite man jedoch mit Hochdruck auf das Ziel November hin.

Auf die Einrüstung der Obergaden, um vorhandene Schäden schneller, besser und denkmalverträglicher reparieren zu können, kommt Berger noch kurz zu sprechen und kündigt zudem die Reparatur der Turmuhr, die doch nötiger sei als ursprünglich gedacht, und das Wiederanbringen der Wetterfahne an, die vor einigen Jahren bei einem Sturm abgerissen wurde und nach unten fiel.

Das Münster ist übrigens trotz Baustelle für Gottesdienste, Andachten und andere Veranstaltungen weiter nutzbar und geöffnet.

25.04.2017 - Fränkische Nachrichten (Sascha Bickel)

Startschuss: Münster wird zur Baustelle

Katholische Kirchengemeinde Bad Mergentheim Bauhütte erstellt, um Spenden einzuwerben / Bis zu 2,7 Millionen Euro Kosten

Die aufwendige Münster-Sanierung beginnt - außen. Aktuell wird das Baugerüst aufgestellt. Gottesdienste und Andachten finden weiterhin statt.

„Es geht los! Die Bauarbeiten zur Münsterrenovierung beginnen. Wir eröffnen die 'Bausaison' mit einem Baustellengottesdienst am Sonntag, 30. April, um 10.30 Uhr. Anschließend ist beim Weißwurstfrühschoppen an unserer Münsterbauhütte Gelegenheit zum Gespräch.” Mit diesen Worten lädt der Kirchengemeinderat alle Interessierten auf seinem neuesten Info-Flyer ein, dabei zu sein, wenn der offizielle Startschuss für das Großprojekt fällt.

Auf 2,5 bis 2,7 Millionen Euro bezifferte bereits zum Jahreswechsel der Leiter des katholischen Verwaltungszentrums, Peter Striffler, die erwarteten Gesamtkosten. Ein finanzieller Kraftakt für die Kirchengemeinde „St. Johannes Baptist”.

„Mit großen Schritten geht es nun voran”, sagte Striffler gestern unserer Zeitung mit Blick auf den Beginn der Bauarbeiten. Wie angekündigt komme zunächst das Dach an die Reihe und erst nach einer Verschnaufpause wohl ab 2020 die Renovierung im Innern.

Bis November

Die Arbeiten im Außenbereich sollen laut Striffler bis November beendet sein.
„Die Einschränkungen für Anwohner und Passanten wollen wir so gering wie möglich halten”, betont der Chef des katholischen Verwaltungszentrums. Absprachen mit den Nachbarn habe man getroffen. Das Münster selbst bleibe für Gottesdienste, Andachten und andere Veranstaltungen weiterhin nutzbar und geöffnet, erklärt Striffler weiter und verweist noch auf die Münsterbauhütte, die inzwischen vor dem Hauptportal aufgestellt worden ist. Sie dient zu bestimmten Anlässen dem Einwerben von Spenden. Auf diese sei man nach wie vor dringend angewiesen, um die hohen Kosten schultern zu können.

Rückblick

Mit dem Abstellen kleinerer Probleme fing 2010 alles an. Stand zunächst nur die Heizungskellerdecke im Fokus, so stellte man zusammen mit dem Gebietsarchitekten der Diözese Rottenburg-Stuttgart schnell fest, dass noch an vielen anderen Stellen am und im Münster dringender Handlungsbedarf herrscht.

„Die geplanten Maßnahmen stellen kein Wunschkonzert dar”, machte Dekan Ulrich Skobowsky schon Ende vergangenen Jahres im Redaktionsgespräch deutlich, sondern sie dienen in aller erster Linie der Erhaltung des Gotteshauses. Verbesserungen für die Gläubigen, wie barrierefreie Laufwege, eine Optimierung der Beschallung und Beleuchtung und eine Unterbank-Heizung sollen aber auch umgesetzt werden.

Nach dem Abschluss der letzten großen Renovierung wurde die Stadtpfarrkirche St. Johannes Baptist 1983 durch Bischof Georg Moser zum Münster erhoben. Das sei ein Ehrentitel und dieser gründe auf der „hohen geschichtlichen Bedeutung”, betonte Dekan Skobowsky und drückte bereits vor Monaten seine Hoffnung aus, dass auch die Diözese ein starkes Interesse zeigt, dass das Münster ein Innenleben erhält, das dem Titel würdig ist.

Auf die Außensanierung für rund eine Million Euro sollen zunächst Baumaßnahmen im Kindergartenbereich folgen, ehe die Innenrenovierung des Münsters - voraussichtlich erst 2020/2021 - angegangen wird. Die errechneten Kosten lägen hier bei bis zu 1,7 Millionen Euro.

Im zweiten Bauabschnitt ist auch die Anschaffung der neuen Orgel geplant. Extra-Kosten von etwa 600 000 Euro schlagen zu Buche. Die ursprüngliche Hoffnung, dass diese vielleicht schon in zwei Jahren im barocken Gehäuse aus dem Jahr 1772 erklingen könne, hätten sich zerschlagen, hieß es.

Hanns Berger vom Architekturbüro Vix aus Niederstetten ging im Gespräch mit unserer Zeitung, Ende 2016, auch auf die Details der Außensanierung ein. Er zählte dabei Sicherungsmaßnahmen an der Dachkonstruktion ebenso auf, wie die Arbeiten an den Fassaden. Naturstein werde gereinigt und konserviert, die meisten Putzflächen erhielten einen neuen Anstrich und die zerstörte Davidsfigur kehre ans Südportal zurück. An den Verglasungen gelte es Schäden zu beheben und Wartungsmaßnahmen durchzuführen, zudem werde der Blitzschutz erneuert. Und auch am über 50 Meter hohen Glockenturm soll gearbeitet werden.

Mit Blick auf die Innenrenovierung führten Berger und Dekan Skobowsky aus, dass hier die Verrußung und der Schimmelbefall beseitigt, die Heizung erneuert und der Taufstein an einen „besseren Platz” verlagert werden soll. Eine optische Aufwertung sollen die Kreuzigungsgruppe, ebenso wie viele Kleinode erfahren, die momentan gar nicht richtig sichtbar sind, und auch die Anna-Kapelle als „Ort der Stille”. Neue Abstellmöglichkeiten, mehr Sitzkomfort im Rückenbereich, Abrutschsperren für Gesangbücher und der Wegfall der Stufe vor dem Altar sind weitere Maßnahmen.

Zudem soll die zweite Empore, auf der die Orgel steht, abgerissen und die Orgel neu auf der ersten Empore mit platziert werden.