27.06.2020 - Fränkische Nachrichten

Das Team des Bad Mergentheimer Weltladens freut sich, ab Juli wieder starten zu können / Veranstaltungen zum 25-Jahr-Jubiläum verschoben

„Menschen helfen, denen es nicht so gut geht“

Seit 25 Jahren ist der Bad Mergentheimer Weltladen fester Bestandteil im Leben der Kurstadt. Leiterin Rita Hofmann und ihr Team setzen sich für fairen Handel ein.

Bad Mergentheim. 25 Jahre ist es inzwischen her, dass man vom kleinen Vorläufer, dem Garagenverkauf im Weberdorf, in den ersten richtigen „Laden“ im Spital am Gänsmarkt wechselte. Der öffnete seine Pforten zwar nur zweimal monatlich samstags, fand aber schnell ein wachsendes Publikum. Seit dem 2009 erfolgten Umzug in die Zaisenmühlstraße 3 ist der Laden an fünf Tagen wöchentlich insgesamt 18 Stunden geöffnet.

Das rund zwanzigköpfige Ehrenamtlerteam leitet Rita Hofmann, die als Beruf Hausfrau angibt, als, so ihre Selbstauskunft, „Mädchen für alles.“ Im Mittelpunkt stehen will sie auf gar keinen Fall: „Es geht doch um die Sache!“ Dennoch ist sie es, bei der die Fäden des inzwischen erstaunlich weit gespannten Netzwerks um den Weltladen herum zusammenlaufen. Mehrere Firmen, Organisationen und Schulen beziehen über den Weltladen ihren „Fairen Kaffee im Büro“, bieten Ausstellungsflächen in ihren Schaufenstern, laden das Team bei Betriebsveranstaltungen zu Vorträgen und Verkaufsaktionen ein. Eigentlich man das 25-Jahr-Jubiläum – immerhin gehört der Bad Mergentheimer Weltladen zu den ersten in der Region – mit einer ganzen Serie von Veranstaltungen feiern. Geplant war für den 22. März als Auftakt des Jubiläumsjahrs ein feierlicher Gottesdienst im Münster und eine große Multivisionsshow zu Fair-Trade-Produzenten, Naturwundern und Heiligtümern im katholischen Gemeindehaus. Doch dann kam Corona und der Lockdown.

Die Auftaktveranstaltung wurde ebenso abgesagt wie die Veranstaltungen zum Weltladentag, die Aktivitäten beim Mergentheimer Nachtbummel, beim katholischen Gemeindefest und dem Sommerfest im Johann-Benedikt-Bembé-Stift. Auch die Weltladen-Bastelaktion beim Kinderferienprogramm ist gestrichen. Das Team einigte sich, in den Shutdown zu gehen. Zwar wäre der Lebensmittelverkauf im Weltladen gestattet gewesen, aber da etliche der ehrenamtlich Mitarbeitenden zur Risikogruppe gehören, war Vorsicht angesagt. Rita Hofmann und ihre derzeit gut 20 aktiven Mitstreiterinnen brachte die Schließung Trauer und Sorge, denn zu leiden haben würden unter den fehlenden Einnahmen genau die Menschen, denen der Weltladen dabei hilft, durch Fairen Handel ihre Familien zu versorgen und den Kindern schulische und berufliche Bildung zu ermöglichen.

Um so glücklicher ist das Team jetzt, ab dem 1. Juli wieder zum Normalbetrieb zu wechseln und dienstags und freitags wieder für je sechs Stunden (10 bis 13 und 15 bis 18 Uhr) und Mittwoch, Donnerstag (jeweils 15 bis 18 Uhr) und Samstag (10 bis 13 Uhr) zu öffnen – und das sogar mit einem gewachsenen Team: Etwas mehr freie Zeit hatte die Pandemie einer Dame beschert, die sich seit Jahren für den Fairen Handel interessierte. Jetzt ist sie ins Team eingestiegen.

Rita Hofmann, engagierte Mittfünfzigerin aus Würzburg, lebt seit drei Jahrzehnten in der Kurstadt. Schon immer, so die Mutter von drei erwachsenen Kindern, sei sie gern für Menschen tätig gewesen, denen es nicht so gut gehe wie ihr selbst. Die soziale Prägung dürfte schon im katholischen Elternhaus entstanden sein, das Engagement wuchs neben der Tätigkeit in mehreren beruflichen Feldern übers Mittun im Umfeld von Kindergarten und Schule, bei Kommunions- und Firmungsvorbereitung.

Einsatz für nachhaltigen Anbau

Daraus entwickelte sich Engagement im Kirchengemeinderat, kirchlichen Ausschüssen und in der Nachbarschaftshilfe, sowie im Ausschuss „Mission – Entwicklung – Frieden“ der katholischen Münstergemeinde St. Johannes Baptist. Dieser legte mit Verkaufsaktionen, ab 1992 dann mit dem Garagenverkauf im Weberdorf, den Grundstein für den Weltladen, der 1995 im Spital am Gänsmarkt als „Dritte-Welt-Laden“ seine Pforten öffnete. Vor gut zehn Jahren stieg Rita Hofmann engagiert in die Weltladenarbeit ein und fuhr sukzessive ihre anderen Ehrenämter zurück.

Engagiert werben sie und das Team für den Fairen Handel, der mit langfristigen Geschäftsbeziehungen Bauern und Handwerker unterstützt, ausbeutender Kinderarbeit den Riegel vorschiebt, menschenwürdige Arbeitsbedingungen und nachhaltigen Anbau ermöglicht sowie lokale Projekte und Bildungsmöglichkeiten fördert.

Das Lebensmittelsortiment umfasst neben Kaffee, Tee und Schokolade auch Grundnahrungsmittel wie Reis, Quinoa, Hülsenfrüchte, Trockenobst, Nüsse und weitere Leckereien. „Die Qualität stimmt“, lobt Kundin Anne Rauscher, die sich freut, auf diesem Weg auch Frauenprojekte unterstützen zu können.

Dass der gesamte Gewinn in Hilfsprojekte geht, über den Weltladen ein persönlicher Bezug zu den Projekten wächst und dass einem hier Geschenkideen nur so zufliegen, ist für Renate Dietzel ein Plus für den Einkauf im liebevoll gestalteten Laden. Ute Göggelmann schätzt, dass es hier ein gutes Sortiment gebe, dass durch Waren ergänzt wird, die es nur hier gibt. Außerdem kann man sich über Fairen Handel informieren.

Beate Saile liebt den Dienst im Weltladen: Immer wieder ergeben sich motivierende Gespräche mit langjährigen Kunden und interessierten Schnupper-Käufern, die die Waren wertschätzen. Auch werde ihr gutes Händchen für die Dekoration von den Kunden gelobt. Inge Maske ist schon sehr lange mit Begeisterung bei Aktionen und im Laden dabei. Gabriele Olesch schätzt den engen und achtsamen Austausch im Team und mit den Kunden und die stimmigen Projekte. „Das sind wir“, bestätigt Rita Hofmann mit Blick auf die aktuellen Projekte.

Ungeschmälert fließen heuer die im Verkauf erwirtschafteten Erlöse in ein Auto für die Seelsorge in einer griechisch-katholischen Diaspora-Gemeinde in Kasachstan.

Weiterhin wird auch das 2018 angelaufene äthiopische Schulprojekt der Laudaer Familie Walterspacher unterstützt, die 2006 die Stiftung „Pro Fratre et Amico“ ins Leben gerufen hat. Am Dienstag, 6. Oktober wird Pfarrer Ralph Walterspacher im Weltladen über das Projekt berichten.

21.09.2019 - Fränkische Nachrichten

Weltladen Bad Mergentheim: Zwei Förderprojekte aufgegleist

Ein Auto für die Seelsorge und eine Schulklasse in Äthiopien

Der Verein Weltladen Bad Mergentheim e.V. hat auf seiner Jahreshauptversammlung den Vorstand im Amt bestätigt und die Hilfsprojekte festgelegt, in die der Erlös aus dem Ladenbetrieb und die Spenden in den Jahren 2020 und 2021 fließen sollen.

Dank der Treue seiner Kunden zum fairen Handel, des großen Fleißes der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der Unterstützung durch die katholische Münstergemeinde St. Johannes Baptist und vieler Spender stehen wieder zwei Hilfsprojekte auf der Agenda.

Neu ist die Unterstützung für die Seelsorge in der jungen griechisch-katholischen Gemeinde zum Heiligen Propheten Elias in Satpajew (Kasachstan). Der Weltladen Bad Mergentheim finanziert dort mit 10.000 € in organisatorischer Zusammenarbeit mit KIRCHE IN NOT und dem in Bad Mergentheim aufgewachsenen, vielen als Wallfahrtsseelsorger bekannten Pater Hermann-Josef Hubka einen neuen Personenwagen für die Seelsorge.

Satpajew ist eine 1954 als sozialistische Arbeitersiedlung gegründete Stadt mit über 71.000 Einwohnern, 550 km westlich von Karaganda. Die Stadt liegt im überwiegend muslimischen Kasachstan. Die Katholiken sind unter den in früheren Jahrhunderten christlichen Kasachen heute mit ca. 2% eine kleine Minderheit. Durch die Neulandsiedler kamen um 1900 viele russlanddeutsche Katholiken in den Norden Kasachstans. Nach 1941 wurden zahlreiche Menschen verschiedener Konfessionen und Nationalitäten (Deutsche, Ukrainer, Polen, Balten) von den Kommunisten nach Kasachstan und Zentralasien deportiert. Viele von ihnen haben ihren Glauben auch in Zeiten der schlimmsten Verfolgung bewahrt.

Seit dem Zerfall der Sowjetunion hat das religiöse Leben in dem Land zwischen Europa und China einen Aufschwung erlebt. 1990 gab es noch rund 670 Gebetsstätten, heute sind es deutlich über 3100, davon rund 2.300 Moscheen und weniger als 100 katholische Kirchen.

Die zumeist ukrainischstämmigen griechisch-katholischen Christen in Satpajew feiern die Messe in einer typischen Holzkirche in der Siedlung Vesovaya. Es ist eine lebendige Gemeinde in der Diaspora. Pfarrer Andrij Nedostup bietet für Kinder „Ferien mit Gott“ an, und jährlich findet eine Pilgerfahrt nach Kengir statt, zu einer Gedenkstätte des stalinschen Terrors. Der Pfarrer muss vielen Gläubigen zu Hilfe kommen. Sie können aufgrund ihres Alters oder ihrer Gebrechen nicht alleine in die Kirche kommen, müssen abgeholt werden und heimgebracht. Der Pfarrer erklärt: „Ohne Auto kann ich auch nicht die Sakramente spenden und seelsorgerische Besuche bei Bedürftigen machen“. Dies will ihm der Weltladen Bad Mergentheim ermöglichen.

Wie schon 2018 und 2019 engagiert sich der Weltladen Bad Mergentheim auch in den beiden kommenden Jahren bei der Stiftung „Pro Fratre et Amico“, für die der Laudaer Pfarrer Ralph Walterspacher und sein Vater stehen. Denn Lernen braucht Zuwendung, Zeit, einen Leitstern und Kontinuität. Und Lernen ist Hilfe zur Selbsthilfe. Der Wunsch, auch hier nachhaltig zu helfen, hat den Weltladen Bad Mergentheim e.V. bewogen, dieses Schulprojekt zwei weitere Jahre zu unterstützen. Durch 3.500 Euro Spenden pro Jahr werden wieder die gesamten Kosten für eine Schulklasse in Äthiopien übernommen.

01.08.2019 - BlickLokal

Brunnenprojekt abgeschlossen - Sauberes Wasser fließt

Intensiv hatten die Verantwortlichen des Vereins Weltladen Bad Mergentheim e.V. mit sich gerungen, ob der Bau eines Brunnens in Umumilo (Nigeria) nicht zu groß wäre. Sauberes Wasser ist ein Beitrag dazu, dass Menschen in ihrer Heimat besser leben können und dortbleiben. Ein Brunnen ist Hilfe zur Selbsthilfe. Andererseits waren da die warnenden Stimmen, die Aufgabe nicht zu unterschätzen. Letztlich gaben Gottvertrauen und die Erfahrung von Pater Basil den Ausschlag, der schon einen Brunnen in seinem Heimatort Umumilo hatte bauen lassen. Wie abenteuerlich die Verhältnisse dort sind, sollte sich in den folgenden Jahren zeigen. Galoppierende Inflation folgte auf den Verfall des Ölpreises.

Die Regenzeit erlaubt es seit jeher über Monate hinweg nicht, Bauarbeiten durchzuführen, und die Mentalität der Menschen macht es schwer, zu planen. Tiefgreifende technische Schwierigkeiten warfen den Bau zurück. Eine harte Zeit begann für Pater Basil. Im Jahr 2018 kam dann die Nachricht, der Ingenieur, der den Bau bis dahin begleitet hatte, sei verschwunden. Die ohnehin angeschlagene Baustelle stand still. Eine neue technische Leitung musste gefunden werden. Das nun beauftragte Unternehmen stellte im Frühjahr 2019 sein 630 Meter tiefes Brunnenloch fertig, und groß war die Erleichterung, als vor einigen Wochen Bilder aus Umumilo kamen, auf denen zu sehen war, wie das Wasser floss. Es ist, wie Pater Basil nun berichtete, sauberes Wasser. Ein Aggregat muss noch angeschafft werden, und Hochbehälter aufgestellt, die als Wasserspeicher dienen. Dann gilt es, den laufenden Brunnenbetrieb zu organisieren. Die künftigen Unterhaltungskosten müssen durch den Wasserverkauf gedeckt werden, um den Brunnen langfristig für die Menschen zu erhalten. Es war ein langer, steiniger Weg, aber hat zu einem guten Ende geführt.

Ein herzliches „Vergelt’s Gott“ geht an dieser Stelle an die ungezählten Spender und an jeden, der auf seine Weise zum Gelingen beigetragen hat.

19.06.2019 - BlickLokal (Stefanie Harnisch)

Weltladen Bad Mergentheim – Fachgeschäft des Fairen Handels

Gründung

Der Vorgänger des heutigen Weltladens entstand unter dem Dach der katholischen Münstergemeinde St. Johannes Baptist als Projekt des Ausschusses „Mission – Entwicklung – Frieden“. 1992 begannen die Aktivitäten rund um den Fairen Handel in Bad Mergentheim im Kleinen: ein Garagenverkauf im Weberdorf war der Anfang. 1995 zog man ins Spital am Gänsmarkt und öffnete zweimal monatlich samstags. 2009 schließlich erfolgte der Umzug in die Zaisenmühlstraße 3 in Bad Mergentheim. Der gemeinnützige Verein „Weltladen Bad Mergentheim e.V.“ wurde dann am 13. Juli 2012 gegründet. Der Umzug und die Vereinsgründung eröffneten neue Möglichkeiten. Im Herbst wird das 10-jährige Jubiläum des Weltladens an diesem Standort gefeiert. 2020 kann bereits das 25-jährige Vereinsjubiläum begangen werden. Der Verein Weltladen e.V. bemüht sich, die laufenden Kosten des Ladenbetriebs durch Beiträge und Spenden aufzubringen und versteht sich als kirchennaher Verein. Vereinsziel ist es, mit dem im Weltladen erwirtschafteten Geld konkrete Projekte der von der römisch-katholischen Kirche mitgetragenen Missions-, Entwicklungshilfe- und Friedensarbeit zu fördern. Aktuell spendet der Weltladen Bad Mergentheim pro Jahr ca. 8000 Euro.

Das Team im Weltladen

Im Weltladen Bad Mergentheim zeichnet Rita Hofmann für den Einkauf verantwortlich. Dabei unterstützt sie vor allem kleine Lieferanten (ca. 20 Anbieter), die vom Fairen Handel anerkannt sind. Beim Einkauf gibt sie sich sehr viel Mühe, um viele verschiedene, individuelle Produkte anbieten zu können. Die Transparenz ist durch eine detaillierte Ausschilderung der Produkte gewährleistet.
Das bunt gemischte Team rund um den Weltladen besteht derzeit aus 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern plus Vorstandschaft – alle setzen sich ehrenamtlich und vollkommen unentgeltlich für mehr Gerechtigkeit in der Welt ein und unterstützen somit zugleich auch Hilfsprojekte für Mission, Entwicklung und Frieden. Sie tragen sich nach ihren Wünschen und Möglichkeiten zum Ladendienst ein oder übernehmen andere Aufgaben rund um den Ladenbetrieb. Die Schichten können gut abgedeckt werden, da der Ablauf professionell organisiert ist. Im Weltladen bündeln sich auch Vielfalt und unterschiedliche Lebenserfahrungen: Die Altersspanne des Ladenteams liegt zwischen 30 und 80 Jahren. Rita Hofmann lobt dabei die tolle Gemeinschaft und kümmert sich auch sehr engagiert um die einzelnen Mitarbeiter im Weltladen.
Für Rita Hofmann ist der Weltladen dreifach gut: Zum einen unterstützt er den Fairen Handel in Lateinamerika, Asien etc. vor Ort, die Menschen können im Land bleiben, weil sie eine wirtschaftliche Erwerbsgrundlage und Perspektive haben. Dann bietet der Weltladen gesunde, hochwertige Bioprodukte und Handwerkskunst an. Zum dritten fließt der Erlös durch Spenden des Weltladens Bad Mergentheim zurück in die armen Länder.

Aktivitäten des Vereins

Viele weitere Aktivitäten bietet der Verein seinem Team an: So sind der Stammtisch, die Ausflüge und die gemeinsamen Kochabende tolle Gemeinschaftsaktionen, die gut besucht werden.
Auch öffentliche Aktionen wie das „Faire Mittagessen“ im Herbst kommen gut an. So kocht hier delikat-fineCatering im Mittelstandszentrum Bad Mergentheim mit den fair gehandelten Produkten des Weltladens, der Verein übernimmt den Service. Weitere Aktivitäten zeigen das große Engagement des Vereins: Beim Würth-Familientag wird eine Filzwerkstatt angeboten. Auch beim Weltladentag, beim Schlosserlebnistag oder beim Sommerferienprogramm der Stadt Bad Mergentheim, bei der Fairen Woche im Herbst etc. ist der Verein mit seinem Produktangebot präsent. Darüber hinaus zählen Ausstellungen in großen Bankhäusern der Kurstadt zu den Erfolgen. „In den letzten Jahren gelang der Aufbau eines großen Netzwerkes, das den Verein vorangebracht hat“, stellt Rita Hofmann zufrieden fest.

Welche Produkte werden im Weltladen angeboten?

Oftmals werden Naturmaterialien oder auch Abfall wie altes Blech oder Dosen verarbeitet. Daraus entstehen originelle Produkte wie z.B. ein Handklavier oder Einkaufstüten aus Seegras. Viele Holzprodukte sind im Angebot: Salatbesteck, Untersetzer, Schalen. Schmuck wird aus Taguanuss, der Capriz-Muschel, aus Orangenschalen, aus Metall, aus Filz, aus Knöpfen etc. hergestellt. Zu entdecken sind neben Schokolade, Tee, Textilien auch Accessoires wie Taschen oder kleine Geschenkideen wie Kerzen. Ledergeldbeutel, Spielzeug, Körbe, Einkaufstaschen werden ebenfalls angeboten. Doch der Weltladen hält noch viel mehr bereit: Eine exotische Papierabteilung und ein einladender Wellnesstisch mit Seifen, Salzen, Cremes und Ölen. Viele Kunden kaufen Geschenkgutscheine und sind oftmals überrascht vom breiten Sortiment. Wer eine bewusste Einstellung zu Lebensmitteln hat, wird im Weltladen fündig: Bei hochwertigen Produkten relativiert sich der Preis, da Qualität und besondere Ergiebigkeit gegeben sind: Ein Beispiel dafür ist bei niedriger Temperatur Langzeit gerösteter Kaffee. Zudem werden individuell zusammengestellte Geschenkkörbe verkauft.

Aktuelle Projekte

Der Weltladen Bad Mergentheim unterstützt aktuell 3 Projekte: Das Armenkrankenhaus „Policlínicos Social Aleman Espíritu Santo“ in Arequipa /Peru hat der Weltladen Bad Mergentheim bereits 2013 und 2014 unterstützt. Nun soll mitgeholfen werden, die laufende medizinische Versorgung der täglich über 2.000 Patienten zu sichern.
Die Stiftung „pro fratre et amico“ unterstützt zusammen mit Pfarrer Ralph Walterspacher aus Lauda in Äthiopien und im Südsudan Einrichtungen der Steyler Missionare. Der Weltladen Bad Mergentheim will die Kosten für einen Lehrer und seinen Unterricht aufbringen, um Kinder statt zur Arbeit zur Schule gehen zu lassen.
Daneben sollen Berthold Ludwig aus Unterbalbach und Wolfgang Spinner aus Werbach bei ihren Hilfstransporten in Zusammenarbeit mit Pfarrer Thomas Kuhn aus Werbach dabei unterstützt werden, Hilfsgüter wie z.B. Krankenbetten in den Kongo zu bringen.

Definition Fairer Handel

Der Faire Handel orientiert sich an festgelegten Kriterien: So ist das Ziel, Kleinbauern und Handwerkern in Südamerika, Asien und teils auch in Afrika mehr Geld für ihre Produkte zu zahlen, keine Kinderarbeit zu dulden, und langfristige Lieferverträge abzuschließen, um den Menschen vor Ort eine Perspektive zu eröffnen – oft auch durch Anschubfinanzierungen. Außerdem muss der ökologische Standard und Arbeitsschutz eingehalten werden und es werden Bioprodukte verlangt. Verschiedene Organisationen wie z.B. GEPA oder DWP betreuen Kooperativen – also Zusammenschlüsse von Kleinbauern vor Ort. Die Verhandlungen werden dabei immer auf Augenhöhe geführt. Auf der einen Seite wird die Nachfrage berücksichtigt, auf der anderen Seite aber auch, was die Kleinbauern leisten können. Dabei bleibt die Wertschöpfung im Land, weil viele Produkte wie Schokolade, spezielle getrocknete Mangos etc. komplett fertig und verpackt im Herkunftsland nach Deutschland exportiert werden. In den Kooperativen werden dringende Infrastrukturmaßnahmen unterstützt, die die Menschen vor Ort voranbringen. Vom „Faire Trade“-Zeichen hat sich der Faire Handel distanziert, weil es durch die Politik des Gesamtmengenausgleichs, der großen Discountern und Handelsketten gewährt wird, bereits sehr verwässert ist. Wichtig zu wissen: GEPA arbeitet weit über das Niveau von „Fair Trade“ hinaus. Der Weltladen hat sich zur Auflage gemacht, Produkte mit mindestens 50- prozentigem Anteil aus Fairem Handel zu beziehen, zumeist liegt der Wert weit höher. Es lohnt sich also genau hinzusehen!